Alles über die Romane von Heinrich Eichenberger

 
Hubert W. Holzinger Verlag, Berlin - Protagonisten
Geheimdienstlexikon

Geheimdienst Lexikon (kommentiert)

D

M

U

Desinformation

MAD

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Doppelagent

 

 
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V

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Verrat

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Observation

Verzögerungszeit

Abwehr

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Abhörmaßnahmen

Geheimdienst

S

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Abhörschutz

 

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Agent

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BND

L Stasi  
Briefkasten (toter)

Legende

   
       
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- Agent - 

Agenten der Nachrichtendienste sind verdeckt arbeitende, geheimdienstliche Mitarbeiter. Das gemeinsame Merkmal ist ihr verdecktes Arbeiten auf Weisung einer geheimdienstlichen Organisation.

Wer vertrauliche Informationen verkauft, ist also noch lange kein Agent, denn er entscheidet, welche Informationen er zum Verkauf anbietet. Die »informellen Mitarbeiter«, welche z. B. die Stasi innerhalb der DDR angeworben und für die Bespitzelung der eigenen Bevölkerung verwendet hatte, werden sich mehrheitlich nicht als Agenten des DDR-Nachrichtendienstes empfunden haben. Letztendlich entschieden diese Menschen selbst, was und in welchem Umfang sie ihrem Verbindungsmann berichteten.

Ferner ist der Agent von der Quelle abzugrenzen. Z. B. wird sich der Polizist, der jeden Abend seiner Frau vertrauliche Informationen aus dem Dienst erzählt,  weder als Quelle noch als Agent fühlen. Seine Frau, die eventuell derartige Informationen bewusst weiterleitet, eventuell schon.

Grundsätzlich nutzt der kritische Blick auf den Partner, die Freundin, die Hure, den Kollegen oder den Nachbarn nichts. Im Gegenteil: Ist man sich als Laie sicher, dass das Gegenüber für keinen Geheimdienst arbeitet, so ist die Wahrscheinlichkeit des Gegenteils geringfügig höher. Doch geheimdienstliche Agententätigkeit ist für die veranlassenden Dienste eine aufwändige, kostspielige Angelegenheit, so dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass das jeweilige Gegenüber kein Agent einer fremden Macht ist.

Fast in jedem Land ist geheimdienstliche Agententätigkeit unter Strafe gestellt. In Deutschland definiert § 99 des Strafgesetzbuches, dass der Agent für den Geheimdienst einer fremden Macht gegen die BRD arbeitet und diese Arbeit darauf gerichtet ist, Mitteilungen, Tatsachen, Gegenständen oder Erkenntnisse zu liefern. Wer also z. B. bei einer Detektei beschäftigt ist und die Namen von am Haus angebrachten Klingelschildern abschreibt, um einer eifersüchtigen Ehefrau mitteilen zu können, wo ihr Mann sein könnte, kann nach dieser Vorschrift nicht belangt werden. Ist dem Detektiv jedoch bekannt, dass er diese Tätigkeit im Auftrag eines fremden Geheimdienstes ausführt, wird es eng. Im Kalten Krieg gab es für derartige banale Tätigkeiten im Einzelfall Freiheitsstrafen von mehreren Jahren.

Das FBI in den USA nennt seine Mitarbeiter im Innendienst der Behörde ebenfalls Agenten. Nachrichtendienste achten darauf, dass hauptamtliche oder nebenberufliche Agenten, die im Ausland operieren, bei entsprechenden Tarnorganisationen angestellt sind. In den Agentenromanen des ehemaligen Geheimdienstmitarbeiters Heinrich Eichenberger bedienen sich sowohl der Agentenführer Sir Alec als auch seine Agenten freischaffenden Unternehmensberatungen. Honorare und Zuwendungen an die Agenten können so über Firmen laufen und werden als normale Umsätze im entsprechenden Land versteuert.

Das Bild des Geheimagenten James Bond findet in der Realität nur wenig Entsprechung. Operiert der US-amerikanische, der britische oder der russische Nachrichtendienst irgendwo im Ausland, werden diese Agenten als Kulturattachés, Militärangehörige, Journalisten, Geologen, Kartographen, Industrievertreter, Sprachlehrer, Entwicklungshelfer etc. auftreten. Und natürlich ist es in den meisten Fällen überhaupt nicht notwendig, dass die Zeitung, der Entwicklungsdienst, das Forschungsinstitut etc. von der verdeckten »Nebentätigkeit« eines derartigen Mitarbeiters Kenntnis hat.

Selbstverständlich können in einem Institut mehrere Mitarbeiter tätig sein, die alle noch zusätzlich für den einen Geheimdienst arbeiten, jedoch nichts voneinander wissen. So sind die Agenten nicht in Tarnorganisationen des Geheimdienstes beschäftigt, sondern der Geheimdienst nutzt die jeweilige Organisation, Glaubensgemeinschaft, Firma etc. als Tarnung. Ein wesentlicher Unterschied.

Agenten wird von ihren Geheimdiensten grundsätzlich misstraut (→ Abwehr). Wenn die Strafandrohung für geheimdienstliche Agententätigkeit bereits in Deutschland bis fünf Jahre, in schweren Fällen bis zehn Jahre geht, so kommen bei seiner Enttarnung im Ausland eventuell keine uniformierten Polizisten, sondern man spricht ihn z. B. in der Sauna freundschaftlich an. Man macht ihm klar, dass er keine Chance mehr hat, es sei denn, er kooperiere. So entstehen → Doppelagenten, die dann für ihren ursprünglichen Auftraggeber nur noch Sachverhalte melden, welche der Geheimdienst des Ziellandes zuvor »überarbeitet« hat. Da die eigene Seite genauso vorgeht, kann sich der als Doppelagent Angeworbene nicht sicher sein, dass seine Informationen nicht noch mit denen eines (nicht enttarnten) Kollegen verglichen werden.

Agenten unterliegen einer relativ strikten Befehlsstruktur. Die meisten Geheimdienste rekrutieren ihr Personal aus dem Militär oder der Polizei. Für den im Ausland angeworbenen Agenten gilt dies natürlich nicht. Er wird angeworben, weil er richtig positioniert ist oder seine Perspektive aus der Sicht des Geheimdienstes vielversprechend ist. Lässt man bei den publik gewordenen Stasi-Berichten einmal das persönlich-tragische und politische Moment außen vor, erkennt man in manchem scheinbar banalen Vermerk der Führungsoffiziere diese Befehlsstruktur.

Es steht meist nicht im Ermessen des jeweiligen Führungsoffiziers, ob diese oder jene Person zur Mitarbeit angeworben wird, sondern die Anwerbung ist angeordnet und dem Agentenführer wurde befohlen, eine persönliche Einschätzung abzuliefern. Aus seinem Selbstverständnis heraus wird er die mit Mühe angeworbene Person nun auch so einschätzen wollen, dass seine Vorgesetzten anschließend nicht fragen, welchen Idioten er denn da angeschleppt hätte.

In keinem Geheimdienst unterscheiden sich deshalb die Berichte der Agentenführer wesentlich. Nur dass die von der → Stasi eben bekannt wurden und die interessierte Öffentlichkeit im Vergleich mit James Bond zu wissen glaubt, die Herrschaften im Osten wären etwas dümmlich gewesen. Auch die zum Teil banalen Berichte in den Stasi-Unterlagen unterscheiden sich nicht von denen des BND oder Verfassungsschutzes. Den Agentenführern steht es nicht zu, Informationen zu selektieren. Gleichzeitig möchte auch kein Agent bzw. Agentenführer die Verantwortung tragen, eine Facette nicht berichtet zu haben, die sich später als wichtig herausstellen kann.

Wer aus dem Agentendienst ausscheiden will (was auch bei der Stasi wunderbar funktionierte), muss lediglich die Dinge tun, die ins öffentliche Bild von Geheimagenten passen: Richtig auffallen und bei der nächsten Verkehrskontrolle großspurig den Polizisten fragen, was er denn glaube, mit wem er es zu tun hätte. Während der Polizist denken wird, mit einem Idioten, wird der entsprechende Geheimdienst den großmäuligen Affen aus seiner Liste streichen.

So hat das Agentendasein nichts mit Freiheit und pulsierendem Leben zu tun, sondern mit Pflichterfüllung in einem meist konservativ geprägten, kleinkarierten, misstrauischen Apparat, der jeden Spesencent abgerechnet haben will.

Denn Geheimdienste sind Behörden und unterscheiden sich, wie der Kenner Heinrich Eichenberger nicht müde wird zu betonen, lediglich dadurch, dass ihre Kantine nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

 

 

-Die Bücher -Eichenberger -Übersicht
 

 
 
Das Zimmer des Agentenführers: Sir Alec

-Sir Alec

Richard, ein informeller Agent des MI6

-Richard

Mercedes, eine rassige Frau an der Seite von Richard
 

-Mercedes

 

Sharon, die tüchtige Sekretärin von Sir Alec

-Sharon

 

-Hintergründe

 

 
Bücher
Der Siegermacher, ein Agententhriller zwischen Fakten und Fiktion

Heinrich Eichenberger:
Der Siegermacher
Agentenroman
©2008, 406 Seiten
broschiert 21x14,3 cm
ISBN
978-3-926396-70-9
19,00 Euro / 29,90 SFR

 

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Faule Eier, ein neuer Fall für Sir Alec

Heinrich Eichenberger:
Faule Eier
Agentenroman
©2009, 304 Seiten
broschiert 21x14,3 cm
ISBN
978-3-926396-72-3
19,00 Euro / 29,90 SFR
 

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Autor
Heinrich Eichenberger, Geheimdienstmann und Autor

-H. Eichenberger

 
Holzinger-Verlag, Berlin

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