Alles über die Romane von Heinrich Eichenberger

 
Hubert W. Holzinger Verlag, Berlin - Protagonisten
Dr. Heinrich Eichenberger

Der Autor Dr. Heinrich Eichenberger

Der Autor des Agentenromans
»Der Siegermacher« ist promovierter Ökonom und ehemaliger Mitarbeiter eines Geheimdienstes. Der Roman setzt sich augenzwinkernd mit den Strukturen von Geheimdiensten auseinander und gibt Einblicke in die Machenschaften des Profiradsports.

Das Gespräch führte der Publizist und Medienberater Stefan L. Bornemann. 

- Interview - 

»Ich habe meine Waffe zurückgegeben.«

B.: Herr Dr. Eichenberger, herzlichen Glückwunsch zu Ihrem neuen Roman »Der Siegermacher«. Mit großer Präzision decken Sie in diesem Roman die Machenschaften im Profiradsport auf. Leben Sie gefährlich?

Eichenberger: Nicht gefährlicher als ein investigativer Journalist.

B.: Aber ein Journalist hat in der Regel keinen geheimdienstlichen Hintergrund. Was sagt Ihr ehemaliger Arbeitgeber dazu?

Eichenberger: Es wird ihn nur am Rande interessieren.

B.: Was Sie erstaunt?

Eichenberger: (lacht) Nein, es hätte mich gewundert, wenn es anders wäre. Die Sportwelt war damals nicht das Thema. Geheimdienste sind durch Romane nicht zu erschüttern. Zudem beschreiben meine Romane nur eine mögliche Struktur der Geheimdienstarbeit.

B.: Aus rechtsstaatlicher Sicht sind derartige Strukturen aber sehr zweifelhaft.

Eichenberger: Wenn Sie glauben, die Arbeit eines Geheimdienstes müsse im Parlament erörtert werden, haben Sie Recht. Wenn das geschieht, kann sich der jeweilige Dienst aber auch gleich selbst liquidieren. Die Bürger haben ein falsche Bild von der Geheimdienstarbeit. Sie glauben, der Agent rückt bis an die Zähne bewaffnet aus, um die Welt zu retten...

B.: ... James Bond lässt grüßen?

Eichenberger: ... in Wirklichkeit sind Geheimdienste bürokratische Monster. Und ihre Mitarbeiter unterscheiden sich z. B. von denen eines Finanzamts nur dahingehend, dass ihre Kantine nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

B.: Die operativen, heiklen Aufträge werden also ähnlich wie in Ihrem Buch outgecourst?

Eichenberger: So ist es. Geheimdienste bedienen sich grundsätzlich Leiharbeitern, wobei diese den Hintergrund der Auftraggeber nicht kennen. Der wirkliche »James Bond« hat keine Zähne. Er ist im offiziellen Beruf Unternehmensberater, Detektiv, Angehöriger eines EDV-Dienstleisters, Fernmeldetechniker, Handelsreisender usw. Und baut er Mist, wird sich der jeweilige Geheimdienst nicht erinnern können, diese Person je gekannt zu haben.

B.: Gibt es den von Ihnen beschriebenen Siegermacher wirklich?

Eichenberger: Nicht nur einmal. Wobei ich nicht behaupten will, dass jeder »Berater« im Spitzensport einen zweifelhaften  Background hat. Aber ich muss zugeben, etwas Erfahrung in unserem Gewerbe macht die Arbeit effizienter.

B.: Wie konnten Sie Derartiges recherchieren?

Eichenberger: Das war nicht so schwer, wie es im Roman dann erscheinen mag. Ein Mitarbeiter des aufgelösten ostdeutschen Geheimdienstes, dessen Sohn Radsportprofi war, schrieb mir einen siebenseitigen Brief. Wir trafen uns dann im Februar letzten Jahres in Potsdam, aber ich glaubte ihm zuerst kein Wort. Doch alles war logisch, großenteils belegbar und wesentlich skandalöser, als ich es dann im Roman verarbeitet habe. Es gilt: Was nicht stimmt, ist sorgfältig kombiniert.

B.: Ist es normalerweise nicht umgekehrt?

Eichenberger: Das ist vielleicht der Unterschied zum Journalismus, bei dem alles belegbar sein müsste. Beim Romanautor eher nicht. Er muss auf bestimmte Dinge Rücksicht nehmen. Man darf nicht alles detailliert erklären, sonst drohen Klagen. Auch sollte er Kriminellen aller Couleur  keine Gebrauchsanweisungen liefern.

B.: Und was sagen die Staatsanwaltschaften?

Eichenberger: Das ist eine andere Ebene, eine andere Perspektive, wenn Sie so wollen. Dem organisierten Verbrechen war noch nie mit gewöhnlichen strafprozessualen Maßnahmen beizukommen. Nur mit geheimdienstlichen Methoden ist das Vorfeld der kriminellen Handlung auszuleuchten.

B.: Sie setzen den Profiradsport mit dem organisierten Verbrechen gleich?

Eichenberger: Keineswegs, nur gewisse Machenschaften dahinter. Meine Meinung ist aber unwichtig. Jeder Laie kann meinen Roman lesen und die Dopingskandale im Profisportbereich der Vergangenheit und der Zukunft entsprechend meiner Berichte analysieren. Und wer dann immer noch der Ansicht ist, dass das nicht organisiert ist, sondern so etwas wie ein moralisches Versagen des jeweiligen Sportlers, der kann auch an den Weihnachtsmann glauben.

B.: In Ihrem Roman hat der Siegermacher ein Gesicht und wird recht genau beschrieben. Ist dies nun eine Romanfigur oder gibt es den Herrn tatsächlich?

Eichenberger: Alle Personen, die in dieser Geschichte vorkommen, gibt es tatsächlich. Aber es sind aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes und vielerlei Rücksichtnahmen Personen, Institutionen, Orte und bestimmte Zusammenhänge so verändert worden, dass eine Ähnlichkeit mit den tatsächlichen Akteuren rein zufällig wäre. Alles andere wäre gefährlich.

B.: Im Roman liegt die Pistole der Agenten ungesichert in der Schreibtischschublade. Sie selbst sind unbewaffnet?

Eichenberger: (lacht) Ich bin dienstlich längst im Ruhestand und habe vor Jahren meine Waffe  zurückgegeben. Sie würde mich heute im Ernstfall mehr gefährden als mir nutzen. Und solange das Geschäft der Herrschaften wie geschmiert läuft, hoffe ich das Beste.

B.: Herr Dr. Eichenberger, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

 

-Leseprobe -Rezessionen -Buch kaufen
 

Erfahren Sie mehr über die Arbeit und Möglichkeiten des Spiels »Spion gegen Spion« in unserem Geheimdienstlexikon.

 
 
 
Das Zimmer des Agentenführers: Sir Alec

-Sir Alec

Richard, ein informeller Agent des MI6

-Richard

Mercedes, eine rassige Frau an der Seite von Richard
 

-Mercedes

 

Sharon, die tüchtige Sekretärin von Sir Alec

-Sharon

 

-Hintergründe

 

 
Bücher
Der Siegermacher, ein Agententhriller zwischen Fakten und Fiktion

Heinrich Eichenberger:
Der Siegermacher
Agentenroman
©2008, 406 Seiten
broschiert 21x14,3 cm
ISBN
978-3-926396-70-9
19,00 Euro / 29,90 SFR

 

-Buch kaufen

Faule Eier, ein neuer Fall für Sir Alec

Heinrich Eichenberger:
Faule Eier
Agentenroman
©2009, 304 Seiten
broschiert 21x14,3 cm
ISBN
978-3-926396-72-3
19,00 Euro / 29,90 SFR
 

-Buch kaufen

 
Autor
Heinrich Eichenberger, Geheimdienstmann und Autor

-H. Eichenberger

 
Holzinger-Verlag, Berlin

-Holzinger Verlag

-

 

     

© 2009 by Hubert W. Holzinger Verlag, Berlin  Impressum Haftungsausschluss Kontakt